66-er Projekt "Spuren im Dazwischen" - Kunstwerke mit Tiefgang erleben - Einladung zum Verweilen und Entdecken
Für viele Menschen sind Fotos vor allem Dokumentation. Für mich sind sie eher eine Art Zeitmaschine.
Interessant finde ich auch den Gedanken, dass Vorfreude und Nachfreude manchmal genauso wertvoll sind wie das Ereignis selbst. Psychologen sprechen tatsächlich davon, dass Menschen einen beträchtlichen Teil ihres Glücks aus dem Antizipieren und Erinnern beziehen. Das Erlebnis ist nur ein Teil der emotionalen Reise. Die Vorfreude lässt die Zukunft lebendig werden, die Erinnerung hält Vergangenes lebendig.
Bei meiner digitalen Kunst kommen diese Ebenen zusammen:
- das Fotografieren schafft den ursprünglichen Moment
- das spätere Betrachten ruft die Erinnerung zurück
- das kreative Bearbeiten verwandelt die Erinnerung in etwas Neues
- das fertige Kunstwerk bewahrt nicht nur das Bild, sondern auch die Emotion dahinter
Dadurch wird die Vergangenheit nicht einfach konserviert, sondern jedes Mal neu erlebt und neu interpretiert. Vielleicht ist das der Grund, warum sich die Arbeit an solchen Projekten oft so erfüllend anfühlt: Ich erschaffe etwas Neues und reise gleichzeitig durch das eigene Leben.
Der Satz „Die Digitalarbeit ist für mich eine Rückreise in die Vergangenheit“ hat fast etwas Poetisches. Er beschreibt sehr gut, dass Kreativität manchmal nicht nur nach vorne gerichtet ist, sondern auch ein Weg sein kann, vergangene Momente noch einmal zu besuchen.